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Es ist schön, unsere Erde weniger zu belasten!

Der Erdüberlastungstag

Seit dem 29. Juli 2019 sind die Ressourcen unserer Erde, die sich auf natürliche Weise erneuern, für dieses Jahr verbraucht. Wir Deutschen konsumieren so viel, dass wir eigentlich drei Erden benötigen würden. Damit wir nicht die Ressourcen der unmittelbar nächsten Generationen aufbrauchen, müssten wir sofort damit anfangen, von allem, was wir konsumieren, zwei Drittel weniger zu verbrauchen.

Tatsächlich ist das gar nicht so schwer, wie es sich anhört. Fangen wir doch mal in unseren Badezimmern an.

Fangen wir mal in unseren Badezimmern an.

Wir benutzen gewohnheitsmäßig Produkte wie:
Duschgel, Badezusatz, Shampoo, Haarspülung, Seife, Handwaschlotion und diverse Cremes (ganz Abgesehen von Haarkuren, Spezialcremes, Makeup samt Entferner und weiterer „Schönheits“-Produkte).

Verpackung

Diese Produkte sind zum größten Teil in Plastik oder Aluminium verpackt. Auch Glasverpackungen haben meist einen erheblichen Plastikanteil. Je teurer die Produkte, desto eher sind sie zusätzlich in aufwändigen Pappschachteln verpackt. Allein die Verpackungen für Körperpflegeartikel sind schon ein riesiges Ressourcen- und Entsorgungsproblem.

Problematische Inhaltsstoffe

Das ökologische Problem handelsüblicher Körperpflegeprodukte ist, dass mehr als die Hälfte der Inhaltsstoffe gar nicht dem Zweck des Produktes dienen, sondern der Verkaufsförderung und Kostenersparnis.

  • Aromen

Ganz vorne steht dabei der Duft des Produktes. Künstliche, aber auch natürliche und Bio-Parfümöle und Bio-ätherische Öle sind sehr stark umweltschädlich und wassertoxisch und auch in verschiedenen Abstufungen gesundheitsschädlich. Nach Nickel sind Duftstoffe die häufigsten Allergieauslöser. Duftstoffe können im Klärwerk nicht abgebaut werden!

  • Konservierungsmittel

Alles, was an Kosmetik flüssig oder cremeförmig ist, ist auch leicht verderblich. Schimmelpilze und Bakterien fühlen sich in Feuchtigkeit wohl und Fette können ranzen. Wir sehen bei handelsüblichen Hygieneprodukten schon allein daran, dass sie keine oder extrem lange Verfallsdaten haben, dass sie stark konserviert sind.

Konservierungsmittel sind Biozide, das bedeutet, dass sie Kleinstlebewesen wie Bakterien und Pilze, aber auch viele Einzeller und größere Lebewesen töten. Mit unserem Abwasser gelangen diese Biozide in Flüsse, Seen und das Meer. Angesichts der Masse an Menschen, die täglich Duschgels, Shampoo und abgewaschener Cremes ins Abwasser spülen, ist das ein immenses Problem für unsere Gewässer.

  • „Gefällige“ Zusatzstoffe

Körperpflegeprodukte müssen sich auf der Haut gut anfühlen, denn sonst werden sie nicht gekauft. Das Produkt muss sich also einfach und angenehm auf der Haut verteilen lassen, sich glatt und cremig anfühlen und - je nach dem - schäumen oder schnell einziehen. Es darf keinen Fettfilm hinterlassen und die Haut muss sich hinterher weich und zart anfühlen. Wenn ein Produkt diese Kriterien erfüllt, wird es als gut und gesund empfunden. All diese Wirkungen haben aber nichts mit dem eigentlichen Zweck des Produkts (Reinigung und Pflege) zu tun, sondern mit bestimmten, chemischen Inhaltsstoffen.

Spreitmittel

Spreitmittel zum Beispiel sorgen für das Gefühl, dass sich ein Produkt gut auf der Haut verteilen lässt und schnell einzieht. Spreitmittel werden meist aus Erdöl hergestellt und sind gesundheitsschädlich.

Emulgatoren und Verdickungsmittel

Emulgatoren sorgen dafür, dass sich die verschiedenen Bestandteile des Produkts (besonders Wasser und Fett) nicht wieder entmischen. Die Creme oder das Shampoo sollen selbstverständlich immer homogen aussehen. Verdickungsmittel sorgen dafür, dass das Produkt nicht zu flüssig und damit bequemer zu dosieren ist.

Schaumverstärker

Bei Shampoo, Duschgel und Seife werden noch chemische Schaumverstärker eingesetzt. Die sind zum Beispiel in konventionellen Seifen nötig, weil die billigen Fette, die enthalten sind, von sich aus nicht schäumen (hochwertige Pflanzenöle schäumen hingegen gut). Auch Flüssigseife und Shampoos (die kaum Fett enthalten) brauchen Schaumverstärker, weil die enthaltenen Tenside allein nicht besonders stark schäumen. Der Verbraucher will aber viel Schaum, weil ihm das eine höhere Wirksamkeit suggeriert. Schaumverstärker enthärten auch das Wasser. Ein Problem an Schaumverstärkern: sie können die Hautbarriere übertreten UND sind sehr bindungsfreudig. Sie sind also in der Lage, alle möglichen Stoffe aus dem Produkt in die Haut, also in unseren Körper zu transportieren. Dasselbe passiert  über das Abwasser bei Tieren, die im Wasser leben.

Farbstoffe

Bunte Pflegeprodukte verkaufen sich besser. Farben suggerieren Gefühle: Blau steht für Frische, Rosa für Zartheit und Jugendlichkeit, Grün für Natürlichkeit, Gelb und Orange für Sommer und Sonne. Einzig Rot wird nicht eingesetzt, weil es auf der Haut an Blut erinnert. Farbstoffe sind gesundheitlich und ökologisch bedenklich. In konventionellen Kosmetika werden vor allem Azofarbstoffe (aus Erdöl, gesundheitsgefährdend) und halogenorganische Farben (allergieauslösend) verwendet.

Silikone

Silikone werden in den meisten konventionellen Shampoos eingesetzt. Sie legen sich wie eine Schicht um jedes einzelne Haar. So gleiten die Haare sehr leicht aneinander vorbei, was eine sehr gute Kämmbarkeit und Glanz erzeugt. Abgesehen davon, dass das Haar langfristig durch Silikone geschädigt wird (was zum Kauf immer neuer Pflegeprodukte, Repair-Produkten und Kuren führt), sind Silikone nur schwer biologisch abbaubar und reichern sich in Gewässern und eben auch an und in gewässerbewohnenden Tieren an.

Tenside

Wenn etwas sauberer werden soll, benötigen wir natürlich waschaktive Substanzen. Sie verringern die Oberflächenspannung des Wassers und Lösen Schmutzpartikel, sowie Fette und auch Eiweiße. Tenside werden aus Erdöl, Kohle, Palmöl oder Kokosöl hergestellt. Tenside sind vor allem in der Herstellung problematisch und erzeugen dabei sehr viel CO2.


Was können wir besser machen? Und wie?

Wir möchten und dürfen gut gepflegt sein! Keine Frage. Und es ist problemlos möglich, auch wenn wir dabei viel weniger Ressourcen verbrauchen, viel weniger CO2 erzeugen und auch noch unsere Gesundheit schützen.

Kleinere Mengen

Egal was wir benutzen, wir kommen auch mit sehr wenig aus. Meist verwenden wir ganz unabsichtlich zu große Portionen an Shampoo, Seife und Cremes. Es ist zum Beispiel vollkommen unnötig, jeden Tag den ganzen Körper mit Seife oder Duschgel einzuschäumen. Wir benötigen nur dort reinigende Substanzen, wo Schmutz, Fett oder Schweiß sich nicht allein mit Wasser abspülen lassen. Wenn es um Hygiene, also Bakterien, Pilzsporen oder gar Viren geht, sind nur echte Seifen oder ein regelrechtes Desinfektionsmittel wirksam. Normale Shampoos oder Flüssigseifen haben keine antimikrobielle oder antivirale Wirkung.

Seltenere Anwendung

Es ist auch eigentlich vollkommen unnötig, sich täglich oder auch nur alle zwei Tage die Haare zu waschen. Das Problem ist nur, dass wir unsere Kopfhaut daran gewöhnt haben, dass ihr in kurzen Abständen das Fett abgewaschen wird. Im Bemühen, einen Ausgleich zu schaffen, produziert die Haut umso mehr Fett. Ergebnis: Die Haare sehen nach zwei Tagen schon wieder ungepflegt aus. Auch unsere heutigen Frisuren erfordern entfettete Haare, sonst zeigen sie kein „Volumen“. Die durch das ständige Beschicken mit körperfremden Substanzen strapazierte Kopfhaut reagiert immer empfindlicher und es entsteht Juckreiz, der uns suggeriert, wir hätten einen schmutzigen Kopf. Man kann aber seine Kopfhaut ganz langsam trainieren, indem man über lange Zeiträume die Abstände zwischen den Haarwäschen vergrößert. Das ist gesünder und verringert den Verbrauch von Haarwaschmitteln drastisch.

Weniger Produkte

Brauchen wir wirklich solche Produkte wie Haarspülung, Haarkur, Haarfestiger, Haarspray, verschiedene Cremes für verschiedene Körperteile, Duschgel und Handwaschgel, Rasierschaum und Deo? Eigentlich nicht. Wir sind nur daran gewöhnt, dass „man“ das braucht. Zum Waschen von Haut und Haaren reicht im Prinzip eine einfache Naturseife. Zum Eincremen der Haut reicht ein gutes pflanzliches Öl, das auf der durchfeuchteten Haut verteilt wird. Im Grunde müssten sich in unseren Badezimmern (abgesehen von Zahnpasta) nur zwei Produkte befinden: natürliche Seife ohne Zusatzstoffe und Pflanzenöl. Damit ist die komplette Körperpflege abgedeckt.

Natürlichere Produkte

Alles, was wir zur Körperpflege benutzen, sollte so wenig wie möglich Chemikalien, Aromen und Farbstoffe enthalten. Alles, was wir durch unseren Abfluss in die Gewässer schicken, sollte diesen Gewässern nicht schaden und vollkommen biologisch abbaubar sein. made in paradise stellt eine bio-naturseife her, die auf jegliche chemische Zusatzstoffe, auf Farbstoffe und auch auf Parfüm und ätherische Öle verzichtet.

Plastikfrei, müllreduzierend

Unsere Hygieneprodukte sollten so wenig Verpackung wie möglich benötigen. Immer neue Plastikflaschen für ein paar hundert Gramm Shampoo oder Duschgel sind eigentlich ein totales No-Go.

 

Weiterführende Links zu Seife und Inhaltsstoffen:

https://www.made-in-paradise.de/about/industriell-hergestellte-seife

https://www.made-in-paradise.de/about