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Seife ist ein Reinigungsprodukt

Auch wenn uns Seife überall als „Schönheitsseife“ verkauft wird: Seife macht nicht schön, sie macht sauber!

Seife ist alkalisch

Der Grund, warum Seife so wunderbar reinigt, sind die darin enthaltenen verseiften Öle und der besonders hohe pH-Wert. Lassen Sie sich nichts erzählen: Es gibt keine pH-neutrale Seife. Denn dann wäre es per Definition keine Seife mehr.

Und weil Seife so alkalisch ist, also einen hohen pH-Wert hat, werden viele Zutaten, die man eigentlich prima in Seife verarbeiten könnte, darin wirkungslos. Das ist der Grund, warum ich in meinen Seifen keinerlei Heilkräuter verwende - ihre Heilwirkung wird bei dem hohem pH-Wert einfach zerstört.

Egal welche Kräuter und Zusätze in einer Seife verarbeitet würden: Seife hemmt keine Entzündung, Seife ändert nichts an Falten oder Cellulite und sie heilt weder Akne noch Neurodermitis. Das Einzige, was sie bei Hauterkrankungen wirklich richtig gut kann, ist Bakterien und Pilzsporen abtöten und sogar einige Viren unschädlich machen. Und das ist schon viel wert. Wenn sie dazu noch dafür sorgt, die Haut beim Waschen nicht auszutrocknen, dann können wir sehr zufrieden sein.

Hygiene

Irgendwann in den 1980er Jahren hat sich die Kosmetikindustrie einen super Vermarktungstrick einfallen lassen: pH-neutrale Reinigungsprodukte. Aber brauchen wir die wirklich? Schadet Seife unserer Haut?

Fangen wir die Überlegung mal beim Nutzen an: Warum benutzen wir Seife? Um uns sauber zu waschen. Seife hat die hervorragende Eigenschaft, nicht nur alle möglichen Arten von sichtbaren und fühlbaren Verunreinigungen abzuwaschen, sondern sie ist außerdem auch hochgradig hygienisch! Die allergrößte Zahl der Bakterien, Viren und Hautpilze wird durch den hohen pH-Wert der Seife beim Waschen abgetötet.

Seife ist antimikrobiell

Der pH-Wert von 0 - 6,9 bezeichnet ein saures Umfeld. Der Wert 7 bedeutet Neutralität, und der Wert von 7,1 - 14 zeigt ein basisches Umfeld an. Seife bewegt sich immer um einen pH-Wert von 9. Der normale pH-Wert der menschlichen Haut liegt etwas über 5.

Fast alle Mikroorganismen gedeihen am besten bei einem eher neutralen pH-Wert von 6,6 – 7,5. Die Stoffwechselaktivität (Vermehrung und Ausscheidung von Toxinen) ist bei diesem pH-Wert am höchsten. Die Säuretoleranz von Krankheitserregern ist relativ hoch, aber die allermeisten Bakterien können im basischen Bereich ab einem pH-Wert von 9 nicht mehr überleben. Mykosen, also Pilzerkrankungen, gedeihen ausschließlich im sauren Milieu bei pH von 4-6.

Seife hält sich selbst keimfrei

So genannte Tenside, also die „waschaktiven Substanzen“ in pH-neutralen Reinigungsprodukten reinigen bei weitem nicht so hygienisch wie Seife. Sie machen augenscheinlich sauber, aber auf der Ebene der Mikroorganismen verteilen sie vorhandene Erreger einfach nur auf der Haut. Deshalb sind solche Produkte auch meist in Pumpspendern untergebracht, denn sie sind selber anfällig für Pilze (Schimmel) und Bakterien.

Anders die echte Seife: Wenn wir hundert verschiedene Menschen an einem Tag ein Stück Seife benutzen lassen, so ist diese Seife wenige Minuten nach der letzten Benutzung schon wieder nahezu keimfrei! Das ist das Phantastische an Seife. Und deshalb ist Seife nie unhygienisch – egal wie viele Leute sie benutzen.

Und die Hautverträglichkeit?

Da Seife ein so genanntes „rinse-off“-Produkt ist, also unmittelbar nach der Anwendung sofort wieder von der Haut abgespült wird, stellt der hohe pH-Wert überhaupt kein Problem für die gesunde Haut dar. Sie hat innerhalb weniger Minuten wieder ihren normalen pH-Wert hergestellt. Neuere Forschungen bestätigen sogar, dass dieser Umgang mit Seife den Säureschutzmantel der Haut trainiert, sie also insgesamt widerstandsfähiger gegen Umweltreize wird.

Überfettung

Die meisten kosmetischen Seifen und auch meine Bio-Seifen sind mit einer so genannten Überfettung hergestellt. Das bedeutet, dass ein Teil der kosmetisch wertvollen Pflanzenöle (bei meiner Seife sind das mindestens 10%) in der Herstellung nicht verseift werden. Diese unverseiften Öle nehmen der Seife ihre „Schärfe“ und tragen dazu bei, dass die Haut sich nach dem Händewaschen weicher und angenehmer anfühlt.

Wird hier ein hochwertiges pflanzliches Öl verwendet, das der Haut gut tut, ist dieser Effekt natürlich besonders angenehm. Eine Seife ganz ohne Überfettung wird allgemein „Kernseife“ genannt.

Pflege

Trotzdem ist es eigentlich nicht richtig, bei überfetteten Seifen den Begriff „rückfettend“ zu benutzen. Die Seife gibt nur wenig Fett an die Haut zurück, sondern es ist eher anders herum: Dadurch, dass die Seife selber schon überschüssige Fette enthält, nimmt sie der Haut weniger ihrer eigenen Fette weg. Die Seife wird durch die Überfettung also hautverträglicher.

Das Ziel einer wirklich guten Naturseife ist, sehr gut hygienisch zu reinigen, dabei aber die Haut zu schonen.

Neben der Reinigung der Haut mit Seife sollten bei Bedarf und je nach Hauttyp  Pflegeprodukte wie Cremes oder Lotionen angewendet werden. Besonders gut ist es, reine, hautfreundliche Pflanzenöle auf noch waschfeuchter Haut einzumassieren. So erhält die Haut das, was sie braucht gleichzeitig: Feuchtigkeit und Fett. Cremes versuchen, dies beides anzubieten, so dass sie auch auf trockener Haut verwendet werden können. Das erfordert dann aber wieder Emulgatoren und Konservierungsstoffe. Der Trick mit dem Öl auf  duschfeuchter Haut ist viel einfacher, effektiver und frei von Zusatzstoffen.

Wie benutzt man Bio-Seife?

Seife wird natürlich hauptsächlich zum mehrmals täglichen Händewaschen benutzt. Auf diese Weise sorgen wir dafür, reine Hände zu haben und uns vor Infektionen zu schützen. Aber selbstverständlich kann man Seife auch beim Duschen oder Baden zur Körperreinigung verwenden. Wichtig ist einfach nur, die Seife nach dem Einschäumen wieder von der Haut abzuspülen.

Schleimhäute

Seife hat überhaupt nichts auf Schleimhäuten zu suchen! Schleimhäute haben naturgemäß ein viel saureres Milieu als die normale Haut. Sie reinigen sich durch ihre ständige Produktion von Sekreten selbst und benötigen außer sauberem Wasser keinerlei künstliche Reinigungs- und Pflegeprodukte. Auch eine gute Naturseife ist also nicht für den Intimbereich gedacht!

Babyhaut

Waschen Sie Babys noch nicht mit Seife. Ihre Haut ist viel zu empfindlich dafür. Am besten kommt sie gar nicht mit irgendwelchen Reinigungsprodukten in Berührung. Kleinkinder sollten erst wenn sie lernen, sich selber die Hände zu waschen, mit einem kleinen Stück ungefärbter und unparfümierter Naturseife üben.

Lagerung von Seife

Industriell hergestellte Seife enthält jede Menge Stoffe, die dafür sorgen, dass sie besonders hart wird, unter allen Umständen exakt die gleiche Farbe und Konsistenz behält und auch nach Jahren ungeeigneter Lagerung nicht ranzt – kurz: es ist vieles drin, was eine Seife überhaupt nicht und die menschliche Haut noch viel weniger braucht.

Keine Konservierungsstoffe – keine unnötigen Chemikalien

Selbstverständlich sind in meiner Seife all diese Zusätze nicht enthalten. Trotzdem hält sie sich bei sachgerechter Lagerung lange und büßt dabei nichts an Qualität ein.

Frisch

Sie erhalten meine Bio-Seife in einer atmungsaktiven Folienverpackung. Darin ist sie auch am besten aufgehoben, wenn Sie sie nicht sofort verwenden. Bewahren Sie Ihr Seifenstück in einem nicht zu warmen und nicht zu feuchten Raum auf. Am besten eignet sich ein normales Wohnraumklima.

Seifenschale mit Wasserabfluss

Wenn Sie die Seife in Benutzung haben, sorgen sie unbedingt dafür, dass Wasser und Schaum komplett ablaufen können. Ihre Seifenschale sollte also auf jeden Fall ausreichend große Löcher haben oder die Seife auf andere Art trocken liegen lassen.

Regelmäßige Verwendung

Wird Seife nur sehr selten benutzt und liegt lange unverpackt (zum Beispiel in einem wenig genutzten Gästebad), kann sie so trocken werden, dass sie Risse bekommt. Das tut zwar ihrer Qualität keinen Abbruch, aber es sieht nicht so ansprechend aus. Seife ist am schönsten, wenn sie innerhalb einiger Wochen bei täglicher Benutzung nach und nach aufgebraucht wird.

Lange haltbar

Wenn das Klima stimmt, kann auch handgefertigte Naturseife problemlos über viele Monate , ja sogar einige Jahre gelagert werden. Sie wird dadurch oft sogar noch besser. Überfettete Seifen sollten aber nicht unbedingt Jahre über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus aufbewahrt werden.

Schonende Fertigung

Meine Bio-Seifen stelle ich mit dem so genannten Kaltverseifungsverfahren her. „Kalt“ deshalb, weil früher Seife über stundenlanges Kochen von tierischen Fetten mit Zusatz von Lauge hergestellt wurde. Beim Kaltverseifen werden zwar die Fette auch erwärmt, aber nicht gekocht.

Bei Milchseifen ist es zusätzlich von entscheidender Bedeutung, dass während des gesamten Produktionsablaufs der Seifenleim nicht wärmer als ca. 40°C wird. Das bedeutet einerseits eine hervorragende Erhaltung aller natürlichen Eigenschaften der Milch und des Pflanzenöls in der Überfettung. Andererseits muss Milchseife besonders lange reifen, weil der Verseifungsprozess nicht, wie bei anderen Seifen, durch Hitze beschleunigt wird.

Meine Ziegenmilchseife ist mindestens 4 Monate gereift, bevor sie verkauft wird. Das garantiert ihre besondere Milde. Aber ich stelle auch meine veganen Seifen über dieses sehr rohstoffschonende Verfahren her.

Vergleich zu industriell hergestellter Seife

Seife aus dem Supermarkt kommt ganz anders daher als Naturseife: Sie ist härter, vollkommen einheitlich gefärbt, sieht über Millionen von Seifenstücken immer exakt gleich aus und duftet einheitlich. Ein vollkommen totes Produkt.

Die Seifenindustrie trennt unter Aufwendung hoher Energiemengen (Hitze und Druck) das Glyzerin von den Fettsäuren. Nur die Fettsäuren gehen in die Seifenherstellung. Das Glyzerin wird gesondert verkauft, z.B. als Feuchtigkeitsspender in Cremes und Kosmetik. Deshalb fehlt der Supermarkt-Seife das natürliche Glyzerin.

Dies ist aber nur einer von vielen Unterschieden. In handgemachten Seifen fehlen all die Zusatzstoffe, die dafür sorgen, dass das Produkt auch bei unsachgemäßer Lagerung und Verwendung so gut wie unverderblich ist. Die gute Haptik ist hier auch mehr auf Konsistenzgeber und Schaumverstärker zurückzuführen, als auf wertolle Inhaltsstoffe. Nicht zuletzt werden hauptsächlich möglichst billige Rohstoffe (z.B. Mineralöle und Tierfette anstatt Pflanzenölen) verwendet. Wenn man allein die INCI-Liste auf einem normalen Stück Mainstream-Seife durchliest, dann fragt man sich, ob es wirklich sein muss, dass so viele Chemikalien in einem einfachen Stück Seife enthalten sind (und damit eben auch auf die Haut und ins Abwasser gelangen). 

Wir sind es gewohnt, dass ein Stück Seife in Form und Farbe perfekt ist. Viele Menschen beäugen Naturseifen deshalb etwas argwöhnisch. Dabei ist es so schön, eine natürliche, individuelle, handgemachte Seife in der Hand zu halten. Kein Stück gleicht genau dem anderen. Und so soll das bei allen guten, nachhaltigen und mit Liebe zur Sache hergestellten Produkten auch sein.

Überwachte Qualität

Jeder, der kosmetische Produkte in den Verkehr bringt, ist verpflichtet, für seine Rezepte eine Sicherheitsprüfung durch einen dafür ausgebildeten Chemiker einzuholen. Sie erkennen geprüfte kunsthandwerkliche Seifen an folgenden Merkmalen:
• Jedes Stück ist einzeln deklariert.
• Die Deklaration ist lateinisch.
• Ist die Seife gefärbt, stehen einige Zahlenfolgen in der Deklaration.
• Auf jedem Stück steht eine Chargennummer.
• Auf jedem Stück steht ein Haltbarkeitsdatum.
• Auf der Deklaration ist eindeutig erkennbar, welches Unternehmen diese Seife hergestellt hat (Name und Adresse).

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